Präventionsprojekt „Sucht muss nicht sein“: IKG / OHG / Polizei TUT

„Sucht muss nicht sein“ – das diesjährige Motto der Projektförderung der Tuttlinger Bürgerstiftung erhält auch an den Schulen einen immer höheren Stellenwert. Ab September 2012 begann die flächendeckende Einführung des neuen Präventionskonzepts für Schulen in Baden-Württemberg „stark.stärker.WIR.“. Dabei bildet die Suchtprävention ein wichtiges Standbein des Konzepts, das unter anderem eine Vernetzung mit der Präventionsarbeit anderer Institutionen vorsieht.  Durch die finanzielle Förderung der Tuttlinger Bürgerstiftung wurde diese Vernetzung nun überhaupt erst möglich. Ein herzliches Dankeschön hierfür!

In Zusammenarbeit mit dem OHG, der Schulsozialarbeit, dem Büro für Prävention (Punkt 39), der Polizei, einem Medienpädagogen und einem Antiaggressionstrainer, finden nun im Frühjahr und Sommer 2013 an über 40 Einzelterminen für die Klassen 7 bis 9 unterschiedliche Präventionsveranstaltungen statt.

Im Folgenden finden Sie eine grobe Übersicht über die Inhalte der Veranstaltungen in den einzelnen Klassen:

Klassen 7
(verantwortlich: OHG)

Interaktives Persönlichkeitstraining zur Steigerung des Selbst-bewusstseins und der Persönlichkeit

mit Wolfgang Dollansky (Antiaggressionstrainer)

ein Vormittag pro Klasse

Klassen 8
(verantwortlich: OHG und IKG)

Gesundheitsprävention (v.a. innere Aspekte,
z.B. Umgang mit Stress, Leistungsdruck,…)

 

mit Lena Wenzler (Schulsozialarbeiterin)

 

halber Vormittag pro Klasse

Klassen 9
(verantwortlich: IKG)

Projekttag „Rausch und Risiko“ zur Einschätzung eigenen Risikoverhaltens

 

mit Fr. Schubert und Hr. Abel (Präventionsfachkraft, Fachstelle Sucht)

 

ein ganzer Tag pro Klasse, außerdem: begleitender Elternabend

Klassen 7-9
(verantwortlich: Polizei)

Thematisches Kinospecial zur Thematik Alkohol mit Nachbereitung

 

mit Jörg Litzenburger  (Medienpädagoge und
Suchtbeauftragter in Böblingen)

Die Planung sieht eine Parallelstruktur für alle drei Klassenstufen am OHG und IKG vor. Die einzelnen Projektteile sollen anschließend evaluiert und überprüft werden. Durch die Fortführung des Projekts im Schuljahr 2013/2014 soll auch eine nachhaltige Prävention erreicht werden.

 

Eine detaillierte Terminübersicht aller Veranstaltungen in chronologischer Reihenfolge finden Sie hier.

Gemeinsame Aktionen zum Thema Suchtprävention von OHG, IKG und Polizei Tuttlingen

IKG OHG

Bürgerstiftung

Polizei

 

„Rausch und Risiko“ stand über den Projekttagen zur Suchtprävention, die die Polizeidirektion und die Bürgerstiftung zusammen mit den beiden Tuttlinger Gymnasien angeboten hatten. Ergänzt wur-den sie durch Persönlichkeitstrainings.

Was ist noch Spaß? Was ist der erste Schritt zur Sucht? Die Grenze ist oft fließend. Umso wichtiger ist es für Jugendliche, diese zu erkennen. Anders ausgedrückt: Sie sollen lernen, wie man verantwortungsvoll mit dem legalen und verbreiteten Rauschmittel Alkohol umgehen kann.

Im Rahmen eines Projekttages führten die Suchtberater Viola Schubert und Markus Abel von der Fachstelle Sucht die Neunklässler von OHG und IKG an das Thema heran. Jeweils einen ganzen Tag befassten sie sich damit, wie man sich zum Beispiel in kritischen Situationen verhalten kann, wann man besser nein sagt – und auch, wie man die Welt aus der Sicht des stark Alkoholisierten erlebt. Hier war es für viele ein ungewohntes Erlebnis, mit Spezialbrillen, die einen Rausch simulieren, auf Seilen über den Honberg balancieren zu müssen. Ergänzt wurden die Projekttage durch Elternabende. Hier wurde auch angesprochen, was Erziehungsberechtigte vorbeugend tun können.

Für die  8. Klassen hat die Schulsozialarbeiterin des IKG und OHG Lena Wenzler einen halben Vormittag zum Thema „Innere Gesundheit“ durchgeführt. Hierbei soll vor allem anhand praktischer Übungen das Selbstmanagement der Schülerinnen und Schüler gefördert werden, damit sie stressige Schul- und Alltagssituationen besser und strukturierter bewältigen können.
Als weiteren Baustein des Präventionsprogramms gab es für die Siebtklässler von OHG und IKG Persönlichkeitstrainings mit dem Anti-Aggressionstrainer Wolfgang Dollansky. Diese setzten bewusst einige Stufen früher an – unter anderem bei der Frage, wie Kinder und Jugendliche ihr Selbstwertgefühl stärken oder besser mit Konflikten umgehen können. Hier machten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Übungen aus dem Bereich Erlebnispädagogik, Rollenspiele oder szenische Spiele mit.

„Ich habe neue Seiten an mir kennen gelernt“, stellte einer der Teilnehmer danach fest – und Spaß habe es auch gemacht.
Ähnlich sahen es auch die etwas älteren Schüler, die in den Genuss der Projekttage kamen. „Vor allem die praktischen Übungen haben viel Spaß gemacht“, war hier zu hören.

Sowohl die Projekttage als auch Persönlichkeitstrainings waren Teil des diesjährigen Schwerpunktprojekts „Sucht muss nicht sein“, das die Tuttlinger Bürgerstiftung finanziell unterstützt und das zusammen von den drei Projektpartnern OHG, IKG und Polizei organisiert wurde. Ziel ist es vor allem, den extremen Alkoholkonsum bei Jugendlichen zu bekämpfen. Auftakt war ein dreitägiges Kino-Special im April im Scala-Kino gewesen, bei dem für die Jahrgangsstufen 7 bis 9 der beiden Tuttlinger Gymnasien zwei Spielfilme zu Suchtthemen gezeigt wurden. Das Gesehene wurde nach Ende der Filme durch einen verpflichteten Medienpädagogen noch im Kino-saal nachbereitet und mit den jungen Kinobesuchern diskutiert.  

Als letzter Projektbaustein fand am Montag, 24. Juni im kleinen Saal der Stadthalle noch eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zum Thema riskanter Umgang von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Alkohol unter dem Motto: „Saufen bis der Arzt kommt – Vorurteil oder Realität?“ auf der Agenda der Präventionsakteure.