Ora et labora - Schülerinnen auf Besinnungsreise in Italien


Sich besinnen. Unter diesem Motto fuhren 13 Schülerinnen und zwei Lehrerinnen am Dienstag, dem 18. Oktober ins Kloster nach Assisi. Dort lebten und arbeiteten wir eine Woche lang mit den Franziskanerinnen aus dem Kloster Sießen.

Nach der eintägigen Zugfahrt kam unsere Gruppe nachts erschöpft im Kloster an. Die Schwestern begrüßten uns freundlich.
Am nächsten Tag ging es – ganz nach dem Spruch „ora et labora“ – gleich nach dem Frühstück los: Arbeitsdienst, entweder in der Küche oder im Garten. Diese morgendliche Arbeit wiederholte sich bis zum Freitag. Zusätzlich dazu hatte jede von uns eine feste Pflicht in Haus und Küche zu verrichten.
Natürlich wurde nicht nur gearbeitet: Die Nachmittage waren – nach der Siesta – mit Programm ausgefüllt. Mal lernten wir unter Führung der Schwestern die Stadt Assisi, ihre Geschichte und damit auch den heiligen Franziskus und die heilige Klara, die fest mit dieser Stadt verwurzelt sind, besser kennen oder wir bestiegen zusammen den Monte Subasio und genossen die wunderbare Aussicht. Für die hatte sich der anstrengende Aufstieg wirklich gelohnt.
Aber auch „ora“ kam nicht zu kurz: Jeden Morgen und Abend marschierten wir -Schülerinnen, Lehrerinnen und Schwestern- in die kleine Kirche San Damiano, in der wir bei der Laudes und der Vesper auf italienisch teilnahmen. Ebenfalls gab es nach dem Abendessen einen gemeinsamen Tagesabschluss in der klostereigenen Kapelle, dann allerdings auf deutsch.

Viel zu schnell vergingen die sieben Tage in Assisi und wir alle sind um eine tolle Erfahrung und schöne Erinnerungen reicher. Wir wollen Danke sagen, dass uns diese Chance ermöglicht wurde und wir so die Möglichkeiten hatten, mehr über unseren Glauben, und wie dieser an anderen Orten der Welt gelebt wird, zu erfahren.

Michéle Biendara

Moscheebesuch der Klassen 8a und 8b

Da in diesem Schuljahr der „Islam“ im katholischen und evangelischen Religionsunterricht und im Ethikunterricht ein wichtiges Thema war, entschlossen wir uns, die Moschee in Spaichingen zu besuchen.

Gesagt. Getan. Am Mittwoch, dem 10.06.2015 trafen sich die Klassen 8a und 8b in der großen Pause mit Frau Keicher und Frau Krause am Lehrerzimmer. Von dort aus ging es gemeinsam zum Tuttlinger Bahnhof, um den Zug nach Spaichingen zu erreichen.

Dort angekommen, marschierten wir zu der Moschee, wo wir bereits erwartet wurden. Eine nette Muslima, die der Moschee-Gemeinde angehört, nahm uns in Empfang und führte uns durch das Gebäude.

Wir begannen im Erdgeschoss mit einigen Bildern, Zeitungsartikeln und Namen von Gemeindemitgliedern. Das alles hing in Schaukästen im Eingang.

In so einer Art Eingangshalle stand ein großer Brunnen, welcher aber zu der Zeit unseres Besuches ausgeschaltet war und deshalb nicht sprudelte.

Die Muslima führte uns in eine Art Aufenthaltsraum, in dem sich – wie wir erfuhren – eher die Männer aufhielten und lasen, redeten oder Fußball gucken.

Der nächste Raum, den wir besichtigten, war ein Klassenzimmer, in dem man lernt, den Koran auf arabisch zu lesen und wie man die Waschungen vor dem Gebet zu vollziehen hat. Nebenbei erfuhren wir, dass viele den Koran zwar auf arabisch lesen können, was Pflicht ist, arabisch aber nicht sprechen können.

Als nächstes wurden wir in das Herzstück der Moschee gebracht - in den Gebetsraum.

Bevor wir aber den Teppich und damit den Raum betreten durften, mussten wir unsere Schuhe ausziehen, da diese dort nicht gestattet sind.

Der Gebetsraum war beeindruckend: Der gesamte Boden war mit Teppich bedeckt, Kronleuchter hingen von der Decke, in der Kuppel – in der auch der größte Kronleuchter hing - waren an der Seite kalligraphische Schriftzüge und die Gebetsnische war – wie es üblich ist – nach Mekka ausgerichtet. An einer Wand hing auch ein Monitor, an dem die Gebetszeiten und die Fastenzeiten für den Monat Ramadan angezeigt wurden.

Auf dem Teppich sitzend, erfuhren wir einiges über den Islam, was wir schon wussten, doch es gab auch viele neue Informationen.

Der Imam der Moschee war ebenfalls anwesend und demonstrierte uns das Gebet in Wort und Bewegung. Die Moschee hat zwar auch einen weiblichen Imam, eine Imamin, die aber nicht vorbeten darf, da man den Männern nicht zutraut, sich auf das Gebet zu konzentrieren, wenn vor ihnen eine Frau betet. Das ist übrigens auch der Grund, warum die muslimischen Frauen grundsätzlich entweder hinter den Männern oder auf der Galerie beten. Diese Tatsache hat uns doch einigermaßen erstaunt.

Zum Schluss durften wir noch Fragen stellen, die bereitwillig beantwortet wurden, und uns ins Gästebuch eintragen.

Alles in allem war es ein sehr interessanter und informativer Ausflug, an dem wir viel über den Islam erfuhren, eine Religion, die in unserer Gesellschaft allgegenwärtig ist.

 

Michèle Biendara