Latein – Warum denn nicht?

Der römische Philosoph und Politiker Seneca hat den Ausspruch geprägt: „Non vitae sed scholae discimus“ – nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir. Im Zusammenhang beklagt sich Seneca über die Organisation römischer Philosophenschulen, da sie die Schüler nicht lehren, gute Menschen zu werden, sondern lediglich gut zu reden. Latein als Schulfach macht zwar nicht aus jedem einen besseren Menschen, aber:

  • Latein macht Spaß!
  • Probleme mit Rechtschreibung oder Aussprache sind minimal (im Gegensatz z.B. zu Französisch).
  • Über die lateinische Sprache und den Umgang mit lateinischen Texten entwickeln die Schülerinnen und Schüler einen differenzierten Umgang mit der deutschen Sprache. Durch systematische Arbeit mit lateinischen Texten werden Einsichten in Elemente, Aufbau und Funktion von Sprache erworben. Dadurch erlangen Schülerinnen und Schüler eine Fähigkeit zur kritischen Betrachtung sprachlicher Äußerungen.
  • Wer mit Latein in Klasse 6 beginnt, kann sich ein solides sprachliches Fundament erarbeiten, das beim Lernen weiterer Fremdsprachen (z.B. Spanisch ab Klasse 8) ein hilfreiches Werkzeug sein kann.
  • „Was bringt mir Latein, kann man ja nirgends sprechen!“ Latein als Schulfach ist Teil der Idee, dass Bildung nicht in erster Linie nach Verwertbarkeit ausgerichtet ist, die Frage nach einer direkten Verwertbarkeit von Schulfächern hat mit echter Allgemeinbildung, die ja am allgemein-bildenden Gymnasium vermittelt werden soll, nicht viel zu tun.
  • Latein lädt dazu ein, sich nicht nur mit Sprache, sondern auch mit philosophischen, politischen, geschichtlichen und kulturellen Themen zu beschäftigen und so eigene persönliche Interessen auszubilden.
  • In Tuttlingen hat nur das Immanuel-Kant Gymnasium Latein in seiner Stundentafel.

In diesem Sinne:
    „non scholae, sed vitae discimus!“